Kinder und Jugenbuchmarkt 2020

Der Kinder- und Jugendbuchmarkt 2020: Große Auswahl, wenig Leser?

Rede zur Pressekonferenz »Trendbericht Kinder- und Jugendbuch« Leipzig, 2009
von Klaus Willberg, avj-Vorstandsvorsitzer 2004-2009


Mit der Einführung des großformatigen Standard-Schullesegerätes (DIN A 4) fällt zu Beginn des Schuljahres 2019/2020 das durchschnittliche Gewicht eines Schulranzens um 90% geringer aus als vorher.

Die bundesweit eingeführte und standardisierte interaktive Software, mit der Schülerinnen und Schüler bei ihren Hausaufgaben auch kontrollierend unterstützt werden, hat in den letzten zwei Jahren sowohl zu einer deutlichen Verbesserung des Notendurchschnitts wie auch (damit zusammenhängend) zu einer deutlichen Zunahme des Glücksgefühls bei allen Mitgliedern der untersuchten Familien geführt.

In der Kultusministerkonferenz konnte Einigung darüber erzielt werden, dass das neue Fach "Literacy" in alle Lehrpläne aller Schularten ab der 5. Klasse aufgenommen wird, wobei die zeitliche Umsetzung im Ermessensspielraum der einzelnen Bundesländer liegt.

Die Einführung der interaktiven Sprachbegleitungsprogramme hat entscheidend dazu beigetragen, dass doppelt so viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund an weiterführende Schulen oder in ausbildende Betriebe vermittelt werden konnten als zuvor.

Unabhängig vom Alter rezipieren 90% der Leser auch belletristische Texte regelmäßig mit einem Lesegerät, was bei den Leserinnen jedoch nur für 10% zutrifft.

Die Häufigkeit der Lektüre von belletristischen Texten hat bei Lesern seit der flächendeckenden Ausstattung aller Haushalte mit durchschnittlich zwei Lesegeräten deutlich zugenommen, bei Lesern im Alter von etwa 12 sogar überproportional.

In Familien, in denen vorgelesen wird, werden Lesegeräte zur Rezeption von Inhalten vor allem aus den Bereichen Sachbuch und Ratgeber nahezu täglich benutzt, generell jedoch eher selten für die Rezeption von belletristischen Inhalten (sowohl für Kinder wie für Erwachsene).

Der Umsatz der Kinder- und Jugendbuchverlage mit sorgfältig ausgestatteten gedruckten Büchern für die Zielgruppe Mädchen in allen Altersstufen konnte trotz der rückläufigen Geburtenzahlen im Vergleich zum Vorjahr stabil gehalten werden.

Der Anteil der in elektronischer Form verkauften Inhalte steigerte sich im Bereich Kinder- und Jugendbuch auf 10% vom Umsatz zu Ladenpreisen.

Die Nutzung vielfältigster Möglichkeiten der Rezeption von Inhalten wird in absehbarer Zukunft selbstverständlich sein.

Wenn die Kinder- und Jugendbuchverlage diese Chance nicht verpassen
wollen, müssen sie ihre Geschäftsgrundlage ändern: vom Buchverlag zum Inhaltsverlag.
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